Spezies
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Unbehaarter Sammetläufer Chlaenius spoliatus
Der Unbehaarte Sammetläufer Chlaenius spoliatus kommt schwerpunktmäßig in Südeuropa und dem südöstlichen Mitteleuropa vor. Im südfranzösischen Département Hérault ist er weit verbreitet. Dort bewohnt er die Ufer fließender und stehender Gewässer, wie der Küstensalzstelle "Éntang de Vendres", wo er häufig ist. In Deutschland wurde die Art in den letzten Jahren vermehrt nachgewiesen. Ein Zusammenhang mit der allgemeinen Klimaerwärmung ist anzunehmen.
Quellen:
FOREL, J. & LEPLAT, J. (2005): Faune des Carabiques de France X. Collection Systematique 12: 128 S.
MARTIN, P. (1997): La nature méditerranéenne en France. Delachaux et Niestlé: 272 S.
TRAUTNER, J. & GEIGENMÜLLER, K. (1983): Sandlaufkäfer Laufkäfer. Illlustrierter Schlüssel zu den Cicindeliden und Carabiden Europas. Joseph Markgraf: 488 S.
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Berg-Bartläufers Leistus montanus
Deutschland ist für den Erhalt des Berg-Bartläufers Leistus montanus aufgrund der isolierten Populationen in besonderem Maße verantwortlich. Außeralpin kommt die Art dabei überwiegend in den FFH-Lebensräumen "Silikatschutthalden der montanen bis nivalen Stufe", "Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas" und "Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas" vor. In den Alpen weist L. montanus dagegen ein weiteres Lebensraumspektrum auf. Besonders bemerkenswert ist der Fundort von L. montanus in der Hersbrucker Schweiz. Hier kommt die Art syntop mit der xerothermophilen Rotflügeligen Ödlandschrecke Oedipoda germanica und dem kaltluftanzeigenden, nordisch-arktisch verbreiteten Rasen-Steinbrech Saxifraga rosacea vor.
Quellen:
FRITZE, M.-A. & HANNIG, K. (2010): Verbreitung und Ökologie von Leistus montanus Stephens, 1827 in Deutschland (Coleoptera: Carabidae). Angewandte Carabidologie 9: 39–50.
GRUTTKE, H. (2004): Memorandum: Verantwortlichkeit Deutschlands fur die weltweite Erhaltung von Arten. In: GRUTTKE, H. (Hrsg.): Ermittlung der Verantwortlichkeit für die Erhaltung mitteleuropaischer Arten. Referate und Ergebnisse des Symposiums. Ermittlung der Verantwortlichkeit fur die weltweite Erhaltung von Tierarten mit Vorkommen in Mitteleuropa auf der Insel Vilm vom 17..20. November 2003: 273-280.
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Zeltdachspinne Uroctea durandi
Die Zeltdachspinne Uroctea durandi ist eine cirkummediterran verbreitete Art. Sie ist mit einer Körperlänge von ca. 15mm und der charakteristischen Färbung eine imposante, leicht zu erkennende europäische Spinne. Ihre Lebensräume sind vorwiegend waldige, aber auch offene Habitate, wie die extrem trockenen Berghänge am "Lac du Salagou" im Department Hérault in Südfrankreich.
Hier ist sie in ihren zeltartigen, unter Steinen angelegten Netzen zu finden. Rückschlüsse auf das Nahrungspektrum der Lauerjägerin erlauben in das Netz eingewebte Arthropodenteile, wie beispielsweise Reste von Tausendfüßlern.
Quellen:
BELLMANN (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co: 304S.
KUNT et al. (2009): Genus Uroctea Dufour, 1820 (Araneae: Oecobiidae) in Turkey. Serket 11(3/4): 93-101.
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Großfleck-Ahlenläufer Bembidion modestum
Der Großfleckahlenläufer Bembidion modestum ist ein bundesweit gefährdeter, in Bayern sogar stark gefährdeter Laufkäfer. Die Art ist in Bayern als landesbedeutsam eingestuft und im Freistaat vor allem in den Alpen bzw. entlang der Donau verbreitet. In Nordbayern tritt sie dagegen nur sporadisch auf. B. modestum besiedelt bevorzugt junge Pionierlebensräume auf kiesigen und sandig-kiesigen Ufer entlang von Fließgewässern und in Baggerseen. Die Art reagiert empfindlich auf eine fortschreitende Sukzession ihres Lebensraums und ist daher besonders durch eine fehlende Dynamik der Fließgewässer bedroht. Eine sich stark entwickelnde Krautschicht hat in der Regel bereits nach wenigen Jahren ein Aussterben des Laufkäfers zur Folge.
Quellen:
FRITZE, M.-A. & BLICK, T. (2007): Laufkäfer und Spinnen im Bereich oberfränkischer Uferstandorte, Kiesbänke an Obermain und Regnitz. Unpublizierter Abschlussbericht im Auftrag der Regierung von Oberfranken.
METZNER, J. (2004): Dynamische Fließgewässerprozesse am Main un ihre Auswirkungen auf Laufkäferzönosen (Coleoptera - Carabidae). Bayreuther Forum Ökologie 104: 1-222.
MÜLLER-MOTZFELD., G. et al. (in Vorb.): Rote Liste der Laufkäfer Deutschlands (Coleoptera: Carabidae). Stand 28. Nov. 2007. Bundesamt für Naturschutz, Bonn.
NIEDLING, A. (1996): Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) an Uferstandorten mit Rohbodencharakter. Faunistisch-ökologische und methodische Untersuchungen. Diplomarb. Friedrich-Alexander-Univ. Erlangen-Nürnberg 125 S.
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Flussufer-Riesenwolfspinne Arctosa cinerea
Die Flussufer-Riesenwolfspinne Arctosa cinerea ist eine in Bayern und Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht Art. Sie hat ihr Schwerpunktvorkommen an Kiesufern kommt aber in Ostdeutschland und dem Maingebiet auch in Ersatzlebensräumen, wie Kiesgruben, vor. Die heutigen Vorkommen von A. cinerea sind nur noch Restbestände einer ehemals weiten Verbreitung. In Bayern ist die landesbedeutsame Art aktuell noch an der Isar und am Obermain zu finden. Wichtige Lebensraumparameter sind ein strukturreiches Ufer als solches und für ihr Winterquartier nicht überflutete sandige Bereiche in denen sie sich eingraben kann.
Quellen:
FRITZE, M.-A. & BLICK, T. (2007): Laufkäfer und Spinnen im Bereich oberfränkischer Uferstandorte, Kiesbänke an Obermain und Regnitz. Unpublizierter Abschlussbericht im Auftrag der Regierung von Oberfranken.
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Mondfleck Callistus lunatus
Der Mondfleck, Callistus lunatus, ist ein thermophiler Laufkäfer
dessen Lebensraum lückig bewachsene
Halbtrockenrasen, Säume, junge Ruderalflächen und Weinbergsbrachen
umfasst. Die Art reagiert empfindlich auf eine
Verfilzung und Verbuschung der Lebensräume und auf die Intensivierung der Nutzung beispielsweise
im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen. Ihre Bestände sind deshalb
in den letzten Jahrzehnten bundesweit stark zurückgegangen. Lokale
Populationen sind sogar erloschen.
Quellen:
ASSMANN, T. & STARKE, W. (1990): Coleoptera Westfalica: Familia Carabidae, Subfamiliae Callistinae, Oodinae, Liciinae, Badistrinae, Panagaeinae, Colliurinae, Aephnidiinae, Lebiinae, Demetriinae, Cymindinae, Dromiinae et Brachininae. - Abh. Westf. Mus. Naturkde. 52(1): 60 S.
MARGGI, W. (1992): Faunistik der Sandlaufkäfer und Laufkäfer der Schweiz (Cicindelidae & Carabidae) unter besonderer Berücksichtigung der ´Roten Liste´. Coleoptera Teil 1/ Text. - Documenta Faunistica Helveticae 13: 477 S. TRAUTNER, J. (1992): Rote Liste der in Baden-Württemberg gefährdeten Laufkäfer. Ökologie & Naturschutz 4: 72 S.
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Blockhalden bewohnende Baldachinspinne Bathyphantes
simillimus buchari
Bathyphantes simillimus buchari kommt ausschließlich in mitteleuropäischen, außeralpinen
Blockhalden vor
(Deutschland, Belgien, Frankreich/Elsass, Polen, Tschechische Rep., Slowakei).
Blockhalden sind in Mitteleuropa außerhalb der Alpen
disjunkt verbreitete Lebensräume, die ganz spezielle Biotopverhältnisse (z.B.
Sommereis, Kaltluftströme) aufweisen.
Nachweise der sowohl in Deutschland als auch in Bayern stark gefährdeten,
exklusiven Bewohnerin dieses FFH-Lebensraumes verdienen
besondere Beachtung und Schutzmaßnahmen.
Quellen:
BLICK, T. & FRITZE, M.-A. (2003): Spinnen aus Blockhaldenbereichen am Schneeberg im Fichtelgebirge (Lkr. Wunsiedel, Oberfranken, Bayern). Unpublizierter Abschlussbericht im Auftrag der Regierung von Oberfranken.
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